Die Kreuzfahrt Flotte der Reederei P&O Cruises
P&O Cruises

P&O Cruises: So entstand die älteste Kreuzfahrt-Linie der Welt

Die Kreuzfahrt-Reederei P&O Cruises ist das älteste Kreuzfahrtunternehmen der Welt und existiert bereits seit 1834. Wie die Gesellschaft sich durch die Jahrhunderte entwickelte, erzählen wir Ihnen in Teil 3 unserer Reihe über die Geschichte der Reedereien.

Wer heute mit P&O Cruises fährt, genießt britischen Service auf höchstem Niveau, und fährt noch dazu mit der traditionsreichsten Reederei der Welt. 1834 wurde die Kreuzfahrtlinie von Brodie McGhie und Arthur Anderson gegründet. Zunächst unter dem Namen Peninsular Steam Navigation Company, die Verbindungen von Großbritannien nach Spanien und Portugal anbot. So erklärt sich auch das „Peninsular“ im Namen – spanisch für „Halbinsel“.

Die Reederei sollte sich bald darauf zu einem Unternehmen entwickeln, dass sich in beinahe allen Bereichen der zivilen Schifffahrt ausbreitete. Besonders wichtig für diese Zukunft sollte der Auftrag der britischen Admiralität sein, der der Firma 1840 den Zuschlag für Beförderung von Post nach Indien und Ostasien brachte. Fahrten nach Australien und Neuseeland folgten bald darauf. Dies brachte eine notwendige Namensänderung mit sich: Die Peninsular & Oriental Steam Navigation Company, Ltd. war geboren, kurz P&O genannt.

In den nächsten 80 Jahren baute P&O seine Routen immer weiter aus. Sie belieferte unter anderem Vancouver und diverse U.S.-Häfen an der Pazifikküste, umfuhr das Kap der guten Hoffnung und nahm die Route durch den Suezkanal mit auf.

P&O Cruises und die Weltkriege

Der Erste Weltkrieg stellte alle aktiven Reedereien vor große Herausforderungen. Fast immer bedeutete die Aufrechterhaltung des Betriebs, nicht selten auch für das Militär, einen großen Material- und Personenverlust. Die Simla 2, Candia 2, India 2, die Arabia und die Persia – sie alle wurden torpediert und sanken vor Malta, Norwegen und im Ärmelkanal. Der Wiederaufbau der Flotte begann 1918 und hielt bis 1930 an. Die 1929 beginnende Weltwirtschaftskrise traf jedoch auch P&O, und kaum war diese überwunden, begann der Zweite Weltkrieg.

Erneut verlor die Reederei Schiffe und Mannschaften. Nach 1945 begann P&O mit einem erneuten Wiederaufbauprogramm. Durch den Aufstieg der Flugzeuge begann sich die Weltlage jedoch zu ändern. Die einstigen Kolonien in Übersee begannen um ihre Unabhängigkeit zu kämpfen. Außerdem wurde der Personenliniendienst nach und nach überflüssig, angesichts der komfortablen und sehr viel schnelleren Fluglinien. Nicht zuletzt deshalb übernahm P&O 1960 die Orient Steam Navigation Company und wurde zur P&O Orient Line Ltd.

Kreuzfahrtschiff Iona der Reederei P&O Cruises
Die Iona wird das neueste Schiff der P&O Cruises Flotte - fertiggestellt wird sie im Jahr 2020

Ein neuer Fokus – Kreuzfahrten und Frachten bestimmen das Geschehen

Die Gesellschafter von P&O Cruises sahen sich einer veränderten Weltwirtschaft gegenüber. Das Rennen um die schnellsten Atlantikrouten war geschlagen, die Bedeutung der Liniendienste nahm ab, und die goldene Kreuzfahrt-Ära der 50er und 60er Jahre war vorbei. Es galt, neue Felder zu erschließen, auf denen P&O glänzen konnte. Es folgte eine komplette Neustrukturierung der Reederei. 1970 konzentrierte sich die Gesellschaft auf das Frachtgeschäft, das bis heute einen hohen Stellenwert in der zivilen Schifffahrt besitzt. Neue Tochtergesellschaften wurden gegründet: Die P&PO Passenger Division nahm sich des Kreuzfahrt- und Fährgeschäfts an, während die P&O Cargo Division sich auf Frachtschiffe spezialisierte. Alle anderen Tochterreedereien wurden nach und nach aufgelöst, was ein echter Schock für die britische Admiralität war. Diese trauerte noch immer den Zeiten des Commonwealth nach und fand sich nur schwer damit ab, auf hoher See nicht länger zu dominieren.

1974 gelang P&O ein großer Coup: Die US-Reederei Princess Cruises konnte gekauft und in das Unternehmen eingegliedert werden. Hinzu kam die Gründung der P&O Overseas Container Lines Ltd. – diese stieg mit Volldampf in das Frachtcontainer-Geschäft ein. Es folgten weitere kleinere Frachtreedereien, bis im Jahr 2000 ein weiterer Groß-Deal bereitstand. P&O kaufte den deutschen Kreuzfahrtbetreiber AIDA Cruises auf und verkaufte parallel weniger rentable Frachtschiff-Subunternehmen.

Das beinahe größte Kreuzfahrt-Unternehmen der Welt und die Moderne

2002 fehlte nur noch ein Schritt, um P&O zur größten und erfolgreichsten Reederei der Welt zu machen. Die P&O Kreuzfahrt-Abteilung gab bekannt, eine Fusion mit der Nummer 2 der Kreuzfahrtlinien, namentlich der Royal Caribbean Cruise Line, anzustreben. Das daraus entstandene Unternehmen wäre zweifellos das größte Kreuzfahrtunternehmen der Welt geworden. Die zu diesem Zeitpunkt größte Kreuzfahrtgesellschaft, die Carnival Corporation, sah sich allerdings in ihrer Führungsrolle gefährdet und bot 1,2 Milliarden Dollar für das Unternehmen P&O Princess Cruises. Der Deal wurde von den Aktionären angenommen: P&O war nun ein Teil der Carnival Corporation.

Von der Übernahme betroffen waren vornehmlich die Tochterfirmen, die sich mit der Kreuzfahrt befassten. Die übrigen Subgesellschaften wurden nach und nach aufgelöst, während die Fährgeschäfte unter der P&O Ferries Ltd. zusammengefasst wurden. Nachdem weitere Teile aus der Fähr-Sparte verkauft wurden, blieben 2005 von der für kurze Zeit weltweit größten Reederei nur noch Reste der Fährdivision übrig, die 2006 ebenfalls an die American International Group veräußert wurde.

P&O Cruises heute

Mit einer Flotte von 8 Schiffen besteht die Kreuzfahrtmarke P&O Cruises als Teil der Carnival Corporation & plc weiter. Sie bietet bis heute britischen Charme, gehobenen Service und sehr schöne Schiffe, die den Geist der ehemaligen Peninsular and Oriental Steam Navigation Company atmen. Wer entspannte Seereisen mit Niveau, umgeben von britischem Humor, der Küche der Inseln und mit dem gewissen Etwas mag, bucht noch immer bei P&O. Das Programm und die Ausstattung haben sich natürlich in den letzten Jahren ebenfalls verändert und sich an die Anforderungen moderner Kreuzfahrten angepasst.

Vor allem die sehr schönen, stromlinienförmigen Schiffe von P&O Cruises, von denen manche Modelle auch ausschließlich erwachsenen Mitreisenden vorbehalten sind, sind ein Argument für eine Reise mit P&O. Die Food Heroes, internationale Spitzenköche, weihen Passagiere in die Geheimnisse der kulinarischen Genüsse ein. Zahlreiche Auszeichnungen bestätigen den gehobenen Service an Bord – unter anderem der Travel Weekly Global Award 2012, die British Travel Awards 2011 oder der Sunday Times Reader’s Award.

Wenn Sie Ihr Englisch mal wieder nach Herzenslust nutzen möchten – denn dies ist ausschließliche Bordsprache – und Sie nun Lust bekommen haben auf eine einmalig britische Kreuzfahrt, dann besuchen Sie gerne jederzeit die Website von P&O Cruises. Überzeugen Sie sich selbst, wieso niemand sich besser auf Kreuzfahrten versteht als die traditionsreichste und älteste Reederei der Welt.

 

Bildquelle: Inter-Connect GmbH